Seligpreisungen der Bergpredigt

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Seligpreisungen: Mt 5, 3-12

Selig die Armen im Geiste

– jene, die spüren, dass Haben und Besitzen
nicht das Entscheidende ist im Leben des Menschen;
die auf Selbstbehauptung verzichten
und vor Gott und den Menschen mit
leeren Händen dastehen können
(und nicht pochen auf Leistung und eigene „Gerechtigkeit“);
die fähig sind, etwas anzunehmen und
sich von Gott und den Menschen beschenken zu lassen.

Selig die Trauernden

– jene, die die Not bedrängter und bedrückter
Menschen an sich heranlassen;
die sich absichtslos fremder Not öffnen;
die bereit sind, ihr eigenes Leben durch die Finsternisse
fremden Leides verdunkeln zu lassen;
die fähig sind, am fremden Schicksal Anteil zu nehmen
und die Ausweglosigkeit mitzutragen und auszuhalten.

Selig die Sanftmütigen

– jene, die auf Gewalt verzichten;
die den Mut zur Milde haben;
die es nicht nötig haben,
Gleiches mit Gleichem zu vergelten oder zurückzuschlagen;
die in Widerwärtigkeiten die Vornehmheit nicht verlieren;
die selbst die Feinde lieben.

Selig, die hungern und dürsten nach der Gerechtigkeit

– jene, die am Grund ihrer Seele über die Ungerechtigkeit in dieser Welt
erschrocken sind;
die sich auf die Seite der Menschen stellen,
die Unrecht erleiden;
die sich mit den Kräften ihres Herzens („hungern und dürsten“)
nach der rechten Ordnung der Dinge sehnen.

Selig die Barmherzigen

– jene, die ein Herz haben für die Hungrigen,
Dürstenden, Gehetzten, Verfolgten, Versager,
Sünder . . .;
die Menschen in Not eine Heimat bieten können,
weil sie selbst solche Not erfahren haben und sich solidarisch fühlen;
die sich zu Leidenden hinsetzen und sie trösten können,
ohne viel Worte zu sagen.

Selig, die reinen Herzens sind

– jene, deren Leben klar, lauter und durchsichtig ist;
die sich selbstlos verschenken und Gutes tun,
und dabei selbst nicht wissen, wie gut sie sind.

Selig die Friedensstifter

– jene, die Gegensätze nicht verschärfen,
sondern versöhnend wirken;
die in Unordnung Geratenes in die rechte Ordnung zueinander bringen;
die Emotionen auffangen,
nach Auswegen suchen und schöpferisch neue
Chancen des Friedens erkennen,
die den Mut haben, sich einzumengen,
und die im Gespräch zwischen Feinden vermitteln.

Selig, die Verfolgung leiden um der Gerechtigkeit willen

– jene, die den Mut haben, sich auf die bisher
beschriebenen Lebensweisen einzulassen,
auch wenn sie keinen Erfolg,
sondern Verfolgung bringen;
die im Scheitern (Kreuz) den Weg in eine bessere Zukunft erkennen.

[Aus: Wie heute leben, 24 ff ]

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