Religionsunterricht in der Schule

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Religionsunterricht in der Schule

In den österreichischen Schulen gibt es den Religionsunterricht aufgrund des Konkordates – einem Vertrag zwischen der Kirche (Vatikan, Papst) und dem Staat –, der Verfassung der Republik Österreich und dem Schulunterrichtsgesetz (SchUG). In diesem Gesetz ist Religion als Pflichtgegenstand im Ausmaß von zwei Wochenstunden für die meisten Schularten festgelegt. Grundsätzlich haben alle katholischen Schüler daran teilzunehmen, Schüler ohne religiöses Bekenntnis können sich anmelden und teilnehmen.

Konfessioneller Religionsunterricht

Der Religionsunterricht ist ein konfessioneller (kirchlicher), d. h. er wird von der Katholischen Kirche organisiert. Die katholische Kirche bestimmt, was unterrichtet wird (Lehrplan) und wer unterrichtet. Als konfessioneller Unterricht beschränkt er sich nicht auf bloße Information über das Christentum, andere Religionen und Sonstiges, sondern vertritt auch den christlichen Standpunkt zu allen Fragen und versucht die Teilnehmer dafür zu gewinnen.

Ziele des Religionsunterrichts

Im einzelnen hat die Kirche, vertreten durch Fachleute, diese Ziele des Religionsunterrichts festgelegt (Lehrplan 2003):

  •  Der Religionsunterricht soll helfen, uns in Alltags-, aber besonders in Grund- und Grenzerfahrungen (Scheitern, Tod) der Sinnfrage nicht zu verschließen. Er soll mit dem vertraut machen, was das Christentum den Menschen in diesen Situationen verheißt. Ziel 1
  • Er soll helfen, sich selbst (Identität) und Gott in seinem Leben zu finden und erklären, wie Sakramente Zeichen der Nähe Gottes sind. Ziel 2
  • Im Religionsunterricht soll nachgedacht werden, wie wir im Zusammenleben aufeinander angewiesen sind und wie wir uns entfalten können, ohne aber gegen den Anspruch der Liebe zu verstoßen. Ziel 3
  • Die Schüler sollen zu ethisch begründetem Urteilen, Argumentieren und Handeln aus christlichem Verständnis fähig werden. Ziel 4
  • Der Religionsunterricht soll darauf hinweisen, daß der Mensch (das Humanum) das Maß für Wirtschaft, Arbeitswelt und den Einsatz von Technik ist; er soll sich auch damit befassen, wie diese Bereiche gut gestaltet werden können. Ziel 5
  • Im Religionsunterricht soll das Bewußtsein gestärkt werden, daß wir Geschöpfe Gottes sind und daß wir sorgsam mit der Schöpfung umgehen sollen. Ziel 6
  • Der Religionsunterricht soll zeigen, wie Gott in Jesus Mensch geworden ist und uns in der Bibel begegnet. Ziel 7
  • Der Religionsunterricht soll aufzeigen, wie sich das Christusereignis in der Kirche, in der Welt und in der Kultur ausgewirkt hat und wie wir aus dem Geist Gottes leben können (Spiritualität). Ziel 8
  • Schließlich soll der Religionsunterricht helfen, die wichtigsten Welt- und Lebensdeutungen der Religionen und Weltanschauungen kennenzulernen und sich respektvoll und kritisch mit ihnen auseinanderzusetzen. Ziel 9

Der Religionsunterricht des kommenden und der kommenden fünf Jahre versucht, durch die Behandlung vieler einzelner Themen zur Erreichung dieser neun Ziele und sicher auch noch anderer beizutragen. Mit zunehmendem Alter ändert sich dabei sicher der Umgang mit den Themen. Die Lehrer sind sicher auch immer bemüht, ihre eigene christliche Sichtweise darzulegen.

Im Religionsunterricht wird etwas gelernt (Wissen vermittelt), aber es geht auch um Einstellungen, Haltungen, letztlich um den Glauben.

Um vom Religionsunterricht profitieren zu können, ist entscheidend, wie weit man als Schüler sich auf die Fragen und Themen einläßt und wirklich auseinandersetzt.

In diesem Sinn viel Erfolg

Euer Religionslehrer

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